InkScape II

Wenn Sie es nicht ohnehin schon getan haben, sollten Sie InkScape zumindest einmal ausprobieren!

InkScape ist kostenlos und Sie können damit

  • viele der Tauschbörse-Vorlagen mit eigenen Inhalten füllen und so neue Arbeitsblätter generieren.
    (Sehr leicht, kaum Vorkenntnisse nötig)

  • eigene Vorlagen erzeugen und damit neue Arbeitsblätter generieren.
    (Einarbeitungszeit erforderlich)

Zum Installieren (Windows) laden Sie einfach das passende 7-Zip-Binary (32 oder 64 Bit) und packen es auf Ihrer Festplatte oder einem USB-Stick aus. Ein Doppelklick auf InkScape.exe im Ordner ..\inkscape startet das Programm.
Falls Ihnen InkScape nicht zusagen sollte, müssen Sie nur den Ordner ..\inkscape löschen und Ihr Rechner ist wieder ›sauber‹.

Als (vermutlicher) MS-Word-Nutzer werden sich allerdings umstellen müssen, denn InkScape ist vollkommen anders - es ist nicht besser oder schlechter als Word sondern einfach nur anders.
Es fängt schon damit an, dass bei einem neuen Arbeitsblatt kein Cursor links oben auf dem Blatt blinkt, dass es keine Ränder gibt, keine Absätze, keine Tabellen
Alle diese Dinge, die dem Word-Nutzer beim Erstellen normaler Texte helfen, schränken ihn aber ein, sobald er etwas anders machen will, als die Entwickler sich das vorgestellt haben.

InkScape dagegen gibt dem Nutzer so ziemlich alle Freiheiten, Text und Grafiken nahezu beliebig auf dem Blatt anzuordnen und in vielfältiger Weise zu manipulieren, verpflichtet ihn aber gleichzeitig dazu, sich um all die Dinge selbst zu kümmern, die Word sonst erledigt.

Seit Mai 2020 ist die Version 1.0 verfügbar. Ich persönlich kenne und schätze InkScape seit über 10 Jahren und fand schon die Version 0.48 toll!

Neues Material erstelle ich derzeit nur mit dieser Version und fühle mich in der Meinung bestätigt, dass ich seinerzeit auf das richtige Pferd gesetzt habe …


InkScape Tipps

Ich bin Anfang 2010 auf InkScape gestoßen, als ich einen Ersatz für CorelDRAW auf einem Behördenrechner brauchte, auf dem ich selbst keine Software installieren durfte.
Die Umgewöhnung war anfangs nicht leicht aber inzwischen nutze ich CorelDWAW nur noch zur Reparatur älterer Arbeitsblätter und erzeuge die neuen fast ausschließlich mit InkScape.
Im Laufe der Jahre habe ich dabei immer wieder ›Kniffe‹ entdeckt, die die Arbeit mit InkScape ungemein erleichtern. Um sie nicht wieder zu vergessen, habe ich sie hier dokumentiert.
Einige der Tipps habe ich auf der Seite InkScape-Tutorials gefunden, die ich gerade InkScape-Neulingen sehr ans Herz legen möchte.
Auf der DVD finden Sie einige Dateien, die Anfängern den Umgang mit InkScape näher bringen sollen. Die ersten Archive enthalten neben der InkScape-Datei jeweils noch eine CMD-Datei, die am Schülerplatz aufgerufen das Programm gleich mit der richtigen Übung lädt und dann den richtigen Zeichnungsausschnitt formatfüllend im Vollbildmodus anzeigt.

Eine Referenz der Tasten- und Mausbefehle für die aktuelle Version 0.92.4 von Inkscape finden Sie hier bzw. auf Ihrem Rechner im Ordner ..\inkscape\doc\keys.de.html.

Objekte auswählen

  • Wählen Sie Objekte mit der Maus aus!
    Es gibt mehrere Möglichkeiten, Objekte mit der Maus auszuwählen. Wählen Sie dazu das Auswahlwerkzeug [F1].

    1. Fahren Sie mit dem Auswahlpfeil langsam über das Objekt und beobachten Sie den Pfeil. Wenn rechts unten am Pfeil vier kleine Pfeile auftauchen, können Sie das Objekt mit einem Klick auswählen.

    2. Ziehen Sie mit gedrückter linker Maustaste ein Rechteck über dem Objekt auf. Wenn das Objekt beim Loslassen der Maustaste vollständig innerhalb des Rechtecks war, ist es ausgewählt.

    3. Fädeln Sie mit gedrückter linker Maustaste und ebenfalls gedrückter Alt-Taste das Objekt auf. Achtung: Wenn bereits Objekte ausgewählt waren, werden sie auf diese Weise verschoben.

  • Erweitern Sie die Auswahl!
    Auch hier gibt es mehrere Möglichkeiten, zusätzliche Objekte mit der Maus auszuwählen.

    1. Drücken Sie die Umschalt-Taste und fahren Sie mit dem Auswahlpfeil langsam über das zusätzliche Objekt und beobachten Sie den Pfeil. Wenn rechts unten am Pfeil wiedern die vier kleinen Pfeile auftauchen, können Sie das Objekt mit einem Klick zusätzlich auswählen. War es bereits ausgewählt, wird es durch den Klick abgewählt und gehört nicht mehr zur Auswahl.

    2. Drücken Sie die Umschalt-Taste und ziehen Sie mit gedrückter linker Maustaste ein Rechteck über dem zusätzlichen Objekt auf. Wenn das Objekt beim Loslassen der Maustaste vollständig innerhalb des Rechtecks war, ist es ausgewählt.
      Das Abwählen von Objekten klappt so leider nicht.

    3. Drücken Sie die Umschalt-Taste und fädeln Sie mit gedrückter linker Maustaste und ebenfalls gedrückter Alt-Taste das zusätzliche Objekt auf. Auch hier klappt das Abwählen so nicht.

  • Lassen Sie sich bei Mehrfachauswahl die ausgewählten Einzelobjekte anzeigen!
    Mit [Umschalt-Strg-P] oder Globale Einstellungen (Icon) öffnen Sie ein Fenster, in dem Sie unter → WerkzeugeAuswahlwerkzeug die Pro-Objekt-Auswahl festlegen können. Objektrahmen (default) zeigt um jedes ausgewählte Objekt einen gestrichelten Rahmen an.
    Bei der normalen Arbeit irritieren diese Rähmchen eher, daher schalte ich sie i.d.R. ab (Häkchen bei ›keine‹).

  • Wählen Sie verdeckt liegende Objekte mit Alt-Klick aus!
    An Objekte, die hinter anderen Objekten liegen, kommt man nur noch schwer heran. Mit Alt-Klick wird immer das Objekt ausgewählt, das direkt hinter bzw. unter dem gerade ausgewähltem Objekt liegt. Wenn also vier Objekte übereinander liegen, muss man viermal mit gedrückter Alt-Taste darauf klicken, um das unterste anzuwählen.
    Wenn das gewünschte Objekt Teil einer Gruppe ist, müssen Sie zusätzlich die Strg-Taste drücken, um es allein auszuwählen.

  • Wählen Sie zusätzliche Objekte anhand vorgegebener Eigenschaften aus (das Gleiche auswählen).
    Angenommen in einer Zeichnung sind 15 Objekte (auch Zahlen, Buchstaben) rot und 35 blau, alles wild durcheinander. Wenn Sie alle roten Objekte auswählen möchten, klicken Sie zunächst auf ein rotes Objekt und wählen dann im Menü → Bearbeiten → Das Gleiche auswählen.

  • Wählen Sie alle Objekte aus!

    • Mit [Strg-A] oder BearbeitenAlles auswählen wählen Sie alle Objekte der gerade aktiven Ebene aus.

    • Mit [Strg-Alt-A] wählen Sie alle Objekte aller sichtbaren und entsperrten Ebenen aus.

Objekte manipulieren

  • Bewegen Sie Objekte mit den Pfeiltasten!
    Wenn Sie auf → Globale EinstellungenVerhaltenSchritte klicken, könne Sie festlegen, wie weit sich ausgewählte Objekte bewegen, wenn Sie die Pfeiltasten benutzen.
    Für die alltägliche Arbeit gibt es einige Optionen, die das Verschieben ausgewählter Objekte sehr flexibel gestalten:

    • [Alt-Pfeiltaste] verschiebt in Abhängigkeit vom Zoomfaktor um nur einen Bildschirmpixel!

    • [Umschalt-Alt-Pfeiltaste] verschiebt in Abhängigkeit vom Zoomfaktor um zehn Bildschirmpixel!

    • [Pfeiltaste] verschiebt um die in den Einstellungen (s.o.) festgelegte Strecke

    • [Umschalt-Pfeiltaste] verschiebt um das Zehnfache der in den Einstellungen (s.o.) festgelegte Strecke

    • [Strg-Pfeiltaste] verschiebt den angezeigten Fensterausschnitt

  • Ändern Sie Größe und Form von Objekten!
    Sobald ein Objekt ausgewählt ist, tauchen acht so genannte Anfasser in Form von schwarzen Doppelpfeilen auf, die an den Ecken und Kanten eines gedachten Auswahlrechtecks angeordnet sind. Bewegt sich die Maus über einen der Anfasser, färbt sich dieser blau und reagiert, wenn geklickt und gezogen wird:

    • Die Auswahl wird je nach Anfasser horizontal, vertikal oder in beiden Richtungen gedehnt oder gestaucht.

    • Ist die Umschalt-Taste gedrückt, geschieht die Größenänderung in zwei Richtungen gleichzeitig.

    • Ist die Strg-Taste gedrückt, bleibt das Seitenverhältnis horizontal/vertikal erhalten.

    • Ist die Alt-Taste gedrückt, geschieht die Größenänderung sprungartig (halb, doppelt, dreifach …).

    • Die drei Tasten können beliebig kombiniert werden.

  • Drehen und Scheren Sie Objekte!
    Sobald ein bereits ausgewähltes Objekt erneut angeklickt wird (oder nach Drücken von [Umschalt-S]) verändern sich die acht Anfasser. Bewegt sich die Maus über einen der Anfasser, färbt sich dieser blau und reagiert, wenn geklickt und gezogen wird:

    • Die Anfasser an den Ecken drehen das Objekt.

    • Die Anfasser an den Kanten scheren das Objekt.

    • Ist die Umschalt-Taste gedrückt, springt das Rotationszentrum auf die gegenüberliegende Ecke/Kante.

    • Ist die Strg-Taste gedrückt, rotiert das Objekt in 15-Grad-Schritten (einstellbar). Auch das Scheren geschieht in Schritten.

    • Die beiden Tasten können kombiniert werden.

  • Drehen Sie Objekte (auch) mit der (deutschen) Tastatur!
    In den besseren Tutorials findet man den Hinweis, dass man Objekte mit den eckigen Klammern rotieren lassen kann. Leider findet man diese Tasten nirgends auf einer deutschen Tastatur - aber mit einem kleinen Trick es geht doch:
    Schalten Sie Ihre Tastatur mit [Umschalt-Alt] in den US-Modus und nutzen Sie die Tasten [Ü] und [+] (direkt daneben). Ein weiteres [Umschalt-Alt] schaltet Ihre Tastatur wieder in den normalen Modus.
    In Kombination mit der Alt-Taste rotiert das gewählte Objekt beim Drücken von [Ü] nur um ein Bildschirmpixel!
    Ab Version 0.92.2 ist dieses Feature deaktiviert, dafür geht es etwas umständlicher jetzt direkt mit den eckigen Klammern! Diese erzeugt man normalerweise mit [Alt-Gr - 8] und [Alt-Gr - 9]. Zum Drehen der ausgewählten Objekte müssen Sie daher jetzt [Alt - Alt-Gr - 8] und [Alt - Alt-Gr - 9] betätigen (beide Alt-Tasten und jeweils 8 oder 9).

  • Verschieben Sie das Rotationszentrum von Objekten!
    Normalerweise liegt das Rotationszentrum eines Objekts im geometrischen Mittelpunkt aber man kann es mit der Maus beliebig verschieben. An den Objektgrenzen (-Ecken) rastet es sogar magnetisch ein.
    Um das Rotationszentrum eines waagerechten Liniensegments an seinen Rand zu verschieben, drehen Sie das Objekt vorher um z.B. 15 Grad und drehen es anschließend wieder zurück!
    Das Rotationszentrum wird zusammen mit den sonstigen Eigenschaften des Objekts gespeichert.

  • Skalieren Sie Objekte mit der Tastatur!
    Auch nur in den besseren Tutorials findet man den Hinweis, dass man Objekte mit Punkt und Komma skalieren kann. In Kombination mit der Strg-Taste wird die Größe des gewählten Objekts beim Drücken von [.] verdoppelt!

  • Behalten Sie das Seitenverhältnis beim Transformieren von Objekten!
    Ausgewählte Objekte sind mit acht schwarzen Punkten umgeben, an denen man sie mit der Maus ›anfassen‹ und manipulieren kann. Die vier Eckpunkte ändern gleichzeitig sowohl Höhe als auch Breite. Möchte man das Verhältnis von Höhe zu Breite beibehalten, muss man während des Ziehens die Strg-Taste gedrückt halten doch es geht auch einfacher: Ganz oben in der Leiste, in der Höhe und Breite der Auswahl angezeigt werden ist zwischen den Angaben von Höhe und Breite ein Schloss abgebildet. Wenn dieses eingerastet ist, bleibt das Verhältnis beim Ziehen konstant. Ausnahme: Wenn Sie die Alt-Taste gedrückt halten, verändern sich Höhe und Breite sprunghaft in ganzzahligen Vielfachen der Ursprungsgrößen.

  • Kopieren Sie die Größe von Objekten!
    Die Größe eines Objekts (Breite und/oder Höhe) in der Zwischenablage können Sie mit → Bearbeiten → Größe einfügen auf die Auswahl übertragen. Wenn die Auswahl aus mehreren Objekten besteht, können Sie auswählen, ob jedes Objekt oder alle zusammen auf die Größe des Objekts in der Zwischenablage gebracht werden soll.

  • Kopieren Sie den Stil von Objekten!
    Mit [Umschalt-Strg-V] wird der Stil des Objekts in der Zwischenablage auf die Auswahl übertragen, bei Textobjekten gehört auch die Schriftart dazu.

  • Fügen Sie kopierte Objekte an ihrer Originalposition ein!
    Mit [Strg-V] wird das Objekt in der Zwischenablage an der Stelle in die Zeichnung ein, an der sich der Mauszeiger gerade befindet. Soll das Objekt an der Stelle eingefügt werden, an der es kopiert wurde, nutzt man [Alt-Strg-V].

  • Verschieben Sie Objekte mit Farbverläufen!
    Wenn Sie ein Objekt mit Farbverlauf verschieben, kann es sein, dass es am neuen Ort einen anderen Verlauf zeigt.
    Machen Sie das Verschieben rückgängig und aktivieren Sie den Button ›Farbverläufe zusammen mit den Objekten transformieren‹. Buttons mit ähnlichen Auswirkungen gibt es für Muster, Breite von Konturen und Eckenradien.

  • Färben Sie Pfeilspitzen bunt!
    (Ab Version 92.? automatisch) Die Enden von Linien können mit Pfeilspitzen, Kreisen, Quadraten etc. verziert werden. Leider werden diese Verzierungen nicht mit eingefärbt, wenn man die Linie einfärbt. Für dieses Problem gibt es zwei Lösungen:

    • Kontur in Pfad umwandeln, anschließend einfärben

    • Erweiterungen → Pfad modifizieren → Färbe Markierungen wie Striche

  • Erzeugen Sie Duplikate eines Objekts!
    Wählen Sie das Objekt aus und nutzen Sie das Menü ( → Bearbeiten → duplizieren) oder wählen Sie gleich die Tastenkombination [Strg-D]. Das Duplikat liegt ›auf‹ dem Original und verdeckt dieses. Verschieben Sie es an einen neuen Ort.

  • Erzeugen Sie (viele) Duplikate eines Objekts mit der Leertaste!
    Normalerweise erzeugt man ein Duplikat des ausgewählten Objekts mit dem Menü oder der Tastenkombination [Strg-D] und verschiebt es dann an einen neuen Ort.
    Man kann aber auch gleich das Objekt mit der Maus fassen und beim Verschieben die Leertaste (mehrfach) drücken! Dieser Trick funktioniert ebenso beim Rotieren und Skalieren von Objekten.

Objekte ordnen

  • Richten Sie Objekte zueinander oder gegenüber der Seite aus!
    Geben Sie sich keine Mühe, mehrere Objekte nach Augenmaß horizontal oder vertikal zueinander auszurichten - das kann InkScape wesentlich schneller und besser.
    Öffnen Sie das Fenster ›Ausrichten und verteilen‹ im Objekt-Menü (oder mit [Umschalt-Strg-A]). Man kann zwischen mehreren Möglichkeiten wählen, wer an wem und wie ausgerichtet wird, ich selbst benutze meistens relativ zu ›zuletzt gewählt‹. Dazu wähle ich alle auszurichtenden Objekte aus (s.o.) und erweitere die Auswahl mit Umschalt-Klick um das Objekt, an dem die anderen ausgerichtet werden sollen. Dann bleibt nur noch der Klick auf das entsprechende Icon im Ausricht-Fenster, der festlegt, wie ausgerichtet wird.
    Ab der Version 1.0 bietet InkScape eine neue Möglichkeit, Objekte auszurichten. Wenn die entsprechende Option im Ausrichten-Fenster aktiviert ist, ändert sich das Verhalten von mehreren Objekten, die mehrfach angeklickt werden.
    Beim dritten Klick ändern sich die Anfasser in Symbole, mit deren Hilfe die ausgewählten Objekte ausgerichtet werden können.

  • Verteilen Sie Objekte gleichmäßig!
    Machen Sie sich auch nicht die Mühe, zwischen mehreren Objekten nach Augenmaß gleichmäßige Abstände einzufügen - auch das kann InkScape wesentlich besser.
    Man kann zwischen mehreren Methoden wählen, wie die Abstände festgelegt werden sollen.

  • Benutzen Sie Hilfslinien!
    Hilfslinien lassen sich mit der Maus einfach aus den beiden Linealen auf die Arbeitsfläche ziehen (ggf. müssen die Lineale mit [Strg-R] erst eingeschaltet werden). Je nachdem, wo in einem Lineal man diese Aktion startet, entsteht eine horizontale/waagerechte Hilfslinie oder eine um 45° gedrehte. Ein Doppelklick auf eine Hilfslinie öffnet ein Fenster, in dem man ihre Eigenschaften und Lage genau festlegen kann. Mit gedrückter Umschalt-Taste kann man die Hilfslinie auch beliebig drehen.
    Neuerdings kann man die Farben einzelner Hilfslinien separat festlegen, ihnen eine Bezeichnung zuweisen und sie vor versehentlichem Verschieben schützen. Gesperrte Hilfslinien erkennt man daran, dass sie sich nicht mehr umfärben, wenn der Mauszeiger genau über ihnen schwebt. Dafür ändert der Mauszeiger seine Form (etwas dünner, kein Schatten). Ein Doppelklick öffnet dann das zugehörige Fenster und man kann die Sperrung wieder aufheben.
    Der Ursprung für das Koordinatensystem zur Festlegung der Position lag bisher links unten. Ab Version 1.0 liegt er (wahlweise) links oben.

  • Benutzen Sie die Einrastfunktion!
    InkScape kann Objekte nicht nur an Hilfslinien und einem Gitter einrasten lassen sondern auch an anderen Objekten. Die Möglichkeiten sind da so vielfältig, dass die Funktion fast schon wieder unübersichtlich wird. Wahrscheinlich ist hier ein wenig Experimentieren gefragt.
    Wenn sich das Einrasten nicht einschalten lässt bzw. trotz Einschalten nicht funktioniert, schauen Sie unter <Datei> → <Dokumenteinstellungen…> → Tab: <Einrasten> nach, ob unter <Verschiedenes> zumindest ein Häkchen gesetzt ist.

  • Erhöhen Sie die Genauigkeit beim Einrasten an Hilfslinien und Raster!
    Jedes Objekt bzw. jede Gruppe von Objekten ist von einem gestricheltem Rechteck umgeben, wenn es/sie ausgewählt wurde. Diese Umrandungsbox ist normalerweise immer etwas zu groß, denn sie umfasst das Objekt in seiner Gesamtheit, d.h. mit den gesamten (u.U. dicken!) Linien.
    Unter → DateiIncScape-EinstellungenWerkzeuge lässt sich diese Umrandungsbox von visuell (default) auf geometrisch umstellen. Dann umgibt sie gleichsam ein Objekt mit Liniendicke 0. Für Puzzles und ähnliche Dinge ist diese Einstellung zu bevorzugen. Falls die gestrichelte Linie beim Arbeiten stört, kann ihre Anzeige (Pro-Objekt-Auswahl) abgeschaltet werden.

Objekte organisieren

  • Gruppieren Sie Objekte!
    Mehrere ausgewählte Elemente lassen sich zu einer ›Gruppe‹ zusammenfassen ([Strg-G] oder Objekt → gruppieren). Sie können dann nicht mehr versehentlich gegeneinander verschoben werden.

  • Richten Sie gruppierte Elemente aus!
    Auch bereits gruppierte Elemente lassen sich noch zueinander ausrichten, wenn man das erste Element mit [Strg-Klick] und alle anderen mit [Umschalt-Strg-Klick] zusätzlich anwählt. Bei vielen Elementen ist es günstiger, die Gruppe zu ›betreten‹ (s. nächster Tipp).

  • Fügen Sie einer Gruppe neue Elemente hinzu oder lösen Sie Elemente aus einer Gruppe heraus!
    Der normale Weg zum Hinzufügen wäre, die Gruppe aufzulösen, das neue Element zusätzlich auszuwählen und danach alles wieder zu gruppieren. Das alles geht aber wesentlich eleganter, denn man kann schon seit längerer Zeit auch innerhalb von Gruppen arbeiten:
    Im konkreten Fall klickt man das neue Element, das durchaus selbst eine Gruppe sein kann, an und schneidet es aus. Dann doppelklickt man die Zielgruppe (und ›betritt‹ sie damit) und fügt das zuvor ausgeschnittene Element wieder ein (egal ob am gleichen Platz oder am Maus-Zeiger). Da man während des Einfügens ›innerhalb der Gruppe war‹, wird das eingefügte Element automatisch auch Teil dieser Gruppe. Nach einem Doppelklick auf eine freie Stelle am Bildschirm hat man die Gruppe wieder ›verlassen‹.
    Auf diese Weise kann man sogar Gruppen innerhalb von anderen Gruppen betreten und so ein ganzes Geflecht von geschachtelten Gruppen umstrukturieren. Durch einen Doppelklick auf eine Gruppe steigt man gleichsam eine Ebene tiefer, durch den Doppelklick auf die frei Fläche oder die Auswahl eines anderen Elements geht man gleichsam eine Ebene zurück.
    Auch der umgekehrte Vorgang ist möglich und man kann ausgewählte Elemente aus einer Gruppe herauslösen. Dazu wählt man wie im vorherigen Tipp gezeigt die Elemente aus und löst sie über das Kontextmenü (rechte Maustaste) aus der Gruppe. Genau genommen werden die ›herausgelösten‹ Elemente in der Gruppenhierarchie eine Ebene nach oben transportiert.
    Anstelle von Doppelklick kann man auch die Tastenkombination [Strg-Eingabetaste] oder das Kontextmenü zum Betreten einer Gruppe wählen (rechte Maustaste auf die Gruppe und dann → Gruppe xyz betreten).

  • Benutzen Sie Ebenen!
    Vor allem bei komplexeren Zeichnungen bietet es sich an, diese in Ebenen zu organisieren. Die Ebenen kann man sich wie Folien vorstellen, die übereinander liegen und Teile der Zeichnung enthalten.
    Über den Menüpunkt → Ebene → Ebenen… (oder mit [Umschalt-Strg-L]) schalten Sie den Ebenen-Manager ein. Dieser ist eigentlich selbsterklärend, denn die Icons sprechen für sich:

    • man kann jede Ebene unsichtbar machen (Auge zu)

    • man kann Ebenen sperren (Schloss zu) und

    • man kann Ebenen auswählen (die Ebene im Manager einfach anklicken).

    Mit der letzten Option muss man sich erst anfreunden, denn wenn man einfach ein neues Objekt erzeugt, landet dieses nur dann auf der gewünschten Ebene, wenn diese sichtbar, unverschlossen und ausgewählt ist. Wenn man mit Ebenen anfängt, vergisst man schnell die letzte Option und erzeugt die Objekte dann leicht auf den falschen Ebenen.
    Bei einfachen Zeichnungen macht das nichts, aber bei animierten Präsentationen (siehe Sozi) kommt es sehr genau darauf an, was auf welcher Ebene liegt.
    Man kann die vertikale Anordnung der Ebenen leicht verschieben und Ebenen mitsamt allen Objekten transparent machen.

  • Benutzen Sie den Objektmanager!
    Der Objektmanager ist eine konsequente Erweiterung des Ebenenmanagers. Bei einem leeren Dokument sehen beide weitgehend gleich aus. Das ändert sich allerdings sofort, wenn man Objekte auf dem Blatt erzeugt, denn die tauchen unter ihrem von InkScape automatisch erzeugten Namen im Objektmanager auf. Die automatisch vergebenen Namen können mittels Doppelklick in ›sprechende‹ Namen umgewandelt werden.
    Wenn Sie einen der Namen im Objekt-Manager anklicken, ist das entsprechende Objekt ›ausgewählt‹. Die Auswahl kann wie im Windows-Dateimanager erweitert werden, indem man mit gedrückter Strg- oder Umschalt-Taste weitere Namen anklickt.
    Ausgewählte Objekte können verborgen oder gesperrt werden. Wenn das Andockfenster des Objektmanagers den Focus hat, kann man mit Strg-F gezielt nach Objekten suchen.

  • Öffnen Sie mehrere Instanzen des gleichen Arbeitsblatts!
    Sie können das gleiche Dokument mehrfach öffnen, indem Sie unter → Ansicht die Option → Fenster duplizieren wählen. InkScape öffnet dann in einem neuen Fenster (oder auf einem zweiten Bildschirm) eine weitere Instanz des Dokuments, in der Sie gleichsam als zweiter (dritter …) Benutzer in verschiedenen Fenstern an derselben Datei arbeiten können.
    Änderungen in einem Fenster wirken sich augenblicklich auf alle anderen Instanzen aus und werden auch dort angezeigt. Mit [Strg-Tab] schalten Sie zur nächsten Instanz, mit [Umschalt-Strg-Tab] schalten Sie zurück zur zuletzt aktivierten.
    Auf diese Weise können Sie sehr leicht den optischen Gesamteindruck einer Datei bei Detailveränderungen kontrollieren, ohne jedesmal den Zoomfaktor neu einstellen zu müssen:
    Öffnen Sie ein neues Fenster und stellen dort den Zoomfaktor auf einen sehr großen Wert. Nehmen Sie jetzt hier Änderungen vor, werden diese sofort auch im anderen Fenster angezeigt. Die gleichzeitige Bearbeitung der beiden Seiten einer Lernscheibe wird zum Kinderspiel, wenn man jede Seite für sich in einem Fenster anzeigen lässt. Sogar die gegenläufige Rotation der beiden Hälften übernimmt InkScape.
    Nicht angezeigt werden in den zusätzlichen Instanzen, welche Objekte gerade aktiv sind bzw. bearbeitet werden.

  • Vergrößern Sie Ihre Arbeitsfläche!
    Je mehr man mit InkScape arbeitet, desto mehr Dialogfenster sammeln sich auf dem Bildschirm und verdecken dann natürlich nach und nach immer mehr Teile der Zeichnung. Bevor Sie jetzt über den Kauf eines zweiten Bildschirms nachdenken, versuchen Sie mal die Taste [F12].
    Wie alle Windows-Programme hat auch InkScape horizontale und vertikale Scrollbars, mit dernen Hilfe man den Arbeitsbereich am Bildschirm verschieben kann.
    Da dieses Verschieben bei InScape auch mit dem Mausrad perfekt funktioniert, kann man die Scrollbars getrost mit [Strg-B] abschalten. Das Scrollrad verschiebt den Arbeitsbereich vertikal, bei gedrückter Umschalt-Taste horizontal und verändert den Zoomfaktor bei gedrückter Strg-Taste.
    Bei gedrückter Leeraste wird mit der Maus die ganze Arbeitsfläche verschoben. Der gleiche Effekt wird durch Drücken des Mausrads und Bewegen der Maus erreicht.
    Auch ohne Maus lässt sich der Arbeitsbereich verschieben. Bei gedrückter Strg-Taste wird beim Drücken der Pfeiltasten nicht das ausgewählte Grafikelement verschoben sondern das Fenster, durch das man auf den Arbeitsbereich blickt. Den Zoomfaktor verändern auch die Tasten [+] und [-].

  • Nutzen Sie das Mausrad als dritte Maustaste!
    Wenn Sie das Mausrad nur drücken und dabei nicht rollen, können Sie durch Bewegen der Maus den angezeigten Bildschirmausschnitt verschieben. ›Klicken‹ mit dem Mausrad zoomt näher an das angeklickte Objekt heran, gleichzeitiges Drücken der Umschalttaste zoomt heraus.

Textobjekte

  • Feinjustieren Sie die vertikale Position von Text!
    Mengentext ist bei InkScape zurzeit immer vertikal oben ausgerichtet. Wenn man an den richtigen Schräubchen dreht, kann man dieses Manko aber beliebig fein ausgleichen: Fügen Sie vor Ihren Text so viele Leerzeilen ein, dass er bis an die gewünschte vertikale Position rutscht! Will das nicht genau genug gelingen, markieren Sie eine oder mehrere der vorangestellten Leerzeilen und ändern Sie für diese Zeilen den Zeilenabstand.

  • Feinjustieren Sie die Position von jedem einzelnen Buchstaben!
    Einfachen Text (nicht Mengentext) können Sie geradezu beliebig manipulieren:

    • Ändern Sie mit [Alt >] (größer) oder [Alt <] (kleiner) den Abstand aller Buchstaben gleichzeitig.

    • Ändern Sie mit [Alt →] bzw. [Alt ←] den Abstand des Zeichens rechts vom Cursor (und aller folgenden).

    • Ändern Sie mit [Alt ↑] bzw. [Alt ↓] die vertikale Position des Zeichens rechts vom Cursor (und aller folgenden).

    • Rotieren Sie mit [Alt - Alt-Gr - 8] bzw. [Alt - Alt-Gr - 9] (nur) das Zeichen rechts vom Cursor.

    Wenn Sie mit dem Textcursor mehrere Zeichen markieren, wirken sich die vorgenannten Tastenkombinationen auf die markierten Zeichen aus.

  • Richten Sie Text an beliebigen Pfaden aus!
    Text verläuft i.d.R. waagerecht und gerade - muss er aber nicht.
    Schreiben Sie etwas Text und zeichnen Sie mit dem Freihand-Tool [F6] eine beliebige geschwungene Linie. Wählen Sie beide aus und klicken Sie auf Textan Pfad ausrichten. Sollte der Text dabei unter der Linie und in der falschen Richtung auftauchen, klicken Sie auf PfadRichtung umkehren.

  • Benutzen und verändern Sie Symbole!
    Mit [Umschalt-Strg-Y] oder über ObjektSymbole kann man sich Symbol-Bibliotheken anzeigen lassen und Symbole auf die Arbeitsfläche ziehen. Leider lassen sich die Symbole danach nicht verändern - sie sind Klone! Mit [Umschalt-Alt-D] trennt man die Klonverbindung auf und schon geht’s doch!

Spielereien mit Pfaden

Unter dem unscheinbaren Menüpunkt → Pfad findet sich eine wahre Spielwiese von Möglichkeiten, in der man sich hoffnungslos verirren kann.
Jedes von InkScape erzeugte Objekt lässt sich in einen Pfad umwandeln. Es verliert dabei zwar einige seiner Eigenschaften, behält aber i.d.R. seine Form. Als Pfad kann es dafür in vielfältiger Weise manipuliert werden. Text kann z.B. nach dem Konvertieren nicht mehr editiert werden, dafür kann mit dem daraus erzeugten Pfad so ziemlich alles gemacht werden, was man sich nur vorstellen kann.

  • Kombinieren Sie zwei oder mehr Pfade zu einem!
    Markieren Sie beide Pfade und kombinieren Sie sie mit [Strg-K] oder → PfadKombinieren. Sie haben danach einen Pfad mit zwei Teilen.
    Die beiden Teile verhalten sich jetzt ähnlich wie eine Gruppe, man kann aber nicht mehr mit Strg-Klick auf die beiden Teile zugreifen.
    Wählt man den Pfad mit dem Umrisswerkzeug (F2) aus, sieht man auf beiden Teilstücken die einzelnen Knoten.
    Sie können die beiden kombinierten Pfade zu einem einzigen Segment verbinden, indem Sie auf dem einen Segment den Endknoten und auf dem anderen Segment den Anfangsknoten auswählen und dann beide ›vereinigen‹.

  • Zerlegen Sie einen Pfad in Teilpfade!
    Wählen Sie dazu mit dem Umrisswerkzeug einen oder mehrere Knoten aus und klicken Sie auf ›Pfad an den gewählten Knoten auftrennen‹. Jeder vorher ausgewählte Knoten wird jetzt zu zwei Knoten, die jeweils Anfang bzw. Ende eines Segments sind.
    Mit [Umschalt-Strg-K] oder → PfadZerlegen werden aus den Teilpfaden einzelne getrennte Pfade.

  • Bilden Sie die Summe (Vereinigung) von zwei Pfaden!
    Wenn zwei Figuren (Pfade) teilweise übereinander liegen, werden sie durch diese Funktion zu einem neuen Pfad vereinigt.

  • Bilden Sie die Differenz von zwei Pfaden!
    Wenn zwei Figuren (Pfade) teilweise übereinander liegen, ›stanzt‹ der obere Pfad einen Teil der Fläche des unteren Pfades heraus. So lässt sich z.B. leicht ein ovales Loch in ein weißes Rechteck stanzen, das anschließend als Passepartout für ein Foto dienen kann.
    ›Überschneidung‹ den Bereich der beiden Pfade, die sich gegenseitig überdecken.

  • Zerschneiden Sie einen Pfad!
    Wirkt wie ›Differenz‹, allerdings wird hierbei der Umriss des unteren Pfades in Teile zerlegt.

  • Erzeugen Sie einen Pfad aus einer Pixeldatei!
    Mit [Umschalt-Alt-B] öffnen Sie ein Fenster, in dem Sie Pixelbilder vektorisieren können.

  • Behandeln Sie ausgewählte Knoten wie eine Gruppe!
    Sie können mehrere Knoten eines Pfades auswählen und diese gemeinsam verschieben oder löschen. Sie können aber auch die Schaltfläche ›Zeige Anfasser für gewählte Knoten‹ aktivieren!
    Dann verhalten sich die ausgewählten Knoten und die Liniensegmente dazwischen wie ein einzelnes Objekt bzw. wie eine ausgewählte Gruppe. Es erscheinen die acht üblichen Anfasser und Sie können die ›Gruppe‹ vergrößern, verkleinern, verbreitern, scheren, drehen etc. Sogar der Drehpunkt für dieses Semiobjekt kann frei verschoben werden. (Falls Sie nur zwei Knoten ausgewählt haben, erscheinen alle acht Anfasser ggf. erst, nachdem Sie das Semiobjekt gedreht haben.)
    Die Möglichkeiten der Pfadbearbeitung werden dadurch erheblich erweitert.

Einen groben Überblick über mögliche Pfad-Minipulationen bieten die beiden nachfolgenden Links InkScape Release Notes 0.91 und vor allem InkScape Release Notes 0.92.



InkScape und Dateien

  • Speichern Sie Ihre Vorlagen in komprimierter Form ab!
    Wenn Sie auf → DateiSpeichern unter klicken, listet das Programm im Dropdown-Fenster Dateityp eine Reihe von Formaten auf, in denen Sie Ihre Arbeit speichern können.
    Voreingestellt ist das SVG-Format. Die erzeugten Dateien sind allerdings ausgesprochen groß. Man kann aber auch im Format SVGZ (komprimiertes InkScap SVG) abspeichern, was in der Regel Speicherplatzersparnis von mehr als 90% pro Datei bewirkt.
    Die komprimierten Dateien lassen sich nicht in jedem Browser direkt anzeigen, verhalten sich ansonsten aber genau so wie die nicht komprimierten.

  • Erzeugen Sie Ihre eigenen Templates (Vorlagen)! Wenn Sie auf → DateiNeu aus Vorlage klicken, listet das Programm eine Reihe von Vorlagen auf, mit denen Sie starten können. Diese Vorlagen - ganz normale SVG-Dateien - liegen im Ordner \Share\Templates unterhalb des Ordners, in dem Sie InkScape installiert haben.
    Speichern Sie eine neue Vorlage einfach im SVG-Format in diesem Ordner ab und nach dem nächsten Neustart von InkScape erscheint sie beim Anlegen einer neuen Datei in der Auswahlliste.
    Sie können die neuen Vorlagen alternativ auch im Ordner \Dokumente und Einstellungen\%User%Anwendungsdaten\inkscape\templates ablegen, dann werden Ihre Vorlagen vorrangig angezeigt.
    Für Ihre Vorlage können Sie u.a. die benutzten Maßeinheiten festlegen, Hilfslinien bzw. Raster vorgeben und durchaus auch bereits Objekte einbauen. Wenn Sie eine der Schnippel-Puzzle-Vorlagen in diesen Ordner kopieren, können Sie gleich mit einem fertigen Puzzle starten.

  • Erzeugen Sie kleine PDF-Druckvorlagen (ohne Qualitätsverlust)!
    Schalten Sie im Ebenen-Manager alle die Ebenen auf ›sichtbar‹, die gedruckt werden sollen und speichern Sie die Datei. Anschließend wählen Sie unter → Dateispeichern unter das ›Portable Document Format (.pdf)‹ und schalten Sie die Option ›Schriftarten einbetten‹ ein!
    Das Ergebnis sind sehr kleine PDF-Dateien, in denen Schriften und Linien als Vektoren gespeichert sind.

  • Erzeugen Sie PDF-Druckvorlagen mit eingebetteten Links!
    Beliebige Elemente Ihrer Vorlage können Links zu Internetseiten o.ä. erhalten, die beim Abspeichern der Datei als PDF anklickbar bleiben. Klicken Sie einfach das gewünschte Element (auch Gruppe) mit der rechten Maustaste an und tragen Sie im sich öffnenden Fenster in der ersten Zeile (href) die Adresse ein (https://www…).
    Links zu lokalen Dateien funktionieren auch, machen aber wenig Sinn, wenn die Dateien weitergegeben werden sollen.

  • Erzeugen Sie mehrere PNG-Dateien gleichzeitig!
    Die neue Version des Millionärspiels (leider immer noch nicht fertig) arbeitet komplett grafikorientiert. Jede Frage wird mit InkScape als Ganzes entworfen und dann Teil für Teil als PNG exportiert. Das Programm erwartet die PNGs unter festgelegten Namen in einem ebenfalls festgelegten Ordner.
    Für diesen Zweck bietet sich der Batch-Export von PNG-Dateien an:
    Auf einer eigenen (Export-)Ebene unterhalb der Entwurfsebene befinden sich 13 Rechtecke, die einmal nacheinander ausgewählt und als PNG mit dem entsprechenden Dateinamen exportiert werden. Dann wird diese Frage als Layout gespeichert.
    Bei den nächsten Fragen wird das Layout jeweils vorher geladen und auf der Entwurfsebene verändert. Beim Export werden nur die Rechtecke auf der Exportebene ausgewählt, die Entwurfsebene wird nicht ausgewählt. Beim Export muss sofort das Häkchen bei ›Batch-Export von ## gewählten Objekten‹ gesetzt werden. Dann erzeugt InkScape automatisch ## PNG-Dateien unter den gleichen Namen wie beim Erstellen des Layouts.

  • Verkürzen Sie die Recent-Files-List!
    InkScape führt eine Übersicht mit den zuletzt bearbeiteten Dateien, die im Allgemeinen recht hilfreich ist. Leider wird diese Liste schnell sehr groß und daher unübersichtlich und InkScape bietet noch keine Möglichkeit, ungewünschte Einträge zu entfernen.
    Unter Windows gibt es im User-Verzeichnis eine Datei „recently-used.xbel“, die sich mit z.B. Notepad editieren lässt. Ich habe diese Datei immer in einem Notepad-Tab geöffnet und kürze sie sofort, wenn mal wieder einige Einträge auftauchen, die ich nicht sehen möchte.
    Da es sich um eine XML-Datei handelt, muss für jeden Eintrag der ganze Block <bookmark …> … </bookmark> entfernt werden. Falls Sie die Datei versehentlich ‚zerschießen‘, löschen Sie sie einfach, dann generiert InkScape eine neue.

Sonstiges

  • Erzeugen Sie Vorlagen für »Malen nach Zahlen«!
    Normalerweise eine Sisyphosarbeit, mit InkScape ein Kinderspiel! Wählen Sie einfach eine geeignete Vorlage aus dem Pool für die Ausmalaufgaben, reduzieren Sie ggf. die Anzahl der Knoten [Strg-L] und nummerieren Sie die Knoten (Erweiterungen, Pfad visualisieren). Manchmal ist es ganz sinnvoll, vor dem letzten Schritt alle Pfadsegmente in Linien umzuwandeln, damit man einen Eindruck von der fertigen Lösungsfigur erhält. Die Lösungsfigur sollte vor dem Erzeugen der Zahlen vielleicht auf eine andere Ebene kopiert werden, Einfügen mit [Strg-Alt-V], damit die Knoten der Lösungsfigur mit den erzeugten Zahlenpunkten kongruent sind. Als letzter Schritt müssen einige der erzeugten Zahlen wahrscheinlich noch leicht verschoben werden, da sie sich sonst u.U. gegenseitig oder die Punkte überdecken. Da die Zahlen mit den Punkten gruppiert sind, muss man sie mit [Strg-Klick] anklicken.

  • Erweitern(!) Sie InkScape
    InkScape kann über eine Python-Schnittstelle um neue Programmfunktionen (Extensions) erweitert werden.

  • Ändern Sie die Voreinstellung von neuen Objekten«!
    Manchmal erscheinen neue Objekte mit Umrandungen/Füllungen, die Sie erst mühsam auf den gewünschten Wert ändern müssen - es geht aber auch anders:
    Erzeugen Sie z.B. ein Rechteck und gestalten Sie es so, wie die nächsten Rechtecke werden sollen, sagen wir Umriss 0,2mm, Füllung keine. Lassen Sie das Rechteck ausgewählt und gehen Sie im Menupunkt Bearbeiten->Einstellungen (SHIFT+STRG+P) auf Formen->Recheck. Dort klicken Sie dann auf „Aus Auswahl übernehmen“. Damit wird jedes Recheck mit diesen Einstellungen gezeichnet. Mit allen anderen Objekten, können Sie genauso verfahren.
    Anstatt mühsam über das Bearbeiten-Menue zu gehen, können Sie das entsprechende Werkzeug auch einfach doppelklicken, um in das gewünschte Einstellungs-Menue zu kommen.

  • Nutzen Sie die »Rechenfunktion in Eingabefeldern«!
    Sie müssen die Breite/Höhe von genau bemaßten Objekten nicht erst ausrechnen, bevor Sie sie in die entsprechenden Felder eingeben. Die Eingabefelder beherrschen mathematische Funktionen und InkScape trägt bei Eingaben wie (3 + 27) / 6 gleich das Ergebnis ein.
    Wenn Sie die Breite eines Objekts dritteln möchten, klicken Sie es an und ergänzen Sie den angezeigten Wert (z.B. im Fenster ‚Massstab‘ um „/3“.

  • Nutzen Sie die »Kommandozeile«!
    InkScape kennt unglaublich viele Kommandozeilen-Parameter, mit deren Hilfe sich das Programm durch den Aufruf über eine CMD-Datei in vielfältiger Weise steuern lässt.
    In der Abteilung ›Interaktive Arbeitsblätter mit InkScape‹ finden Sie einige Beispiele. Bei diesen Dateien sollen Sie Schüler selbst mit InkScape arbeiten und sich dabei auf bestimmte Objekte konzentrieren (z.B. ein Geodreieck verschieben). Damit sie nicht von der InkScape-Oberfläche abgelenkt werden, lässt sich diese mit einem speziellen Parameter komplett ausblenden.

  • Nutzen Sie experimentelle Versionen!
    InkScape wird stetig weiter entwickelt und das Team hat noch viele Ideen.
    Aktuelle experimentelle Updates gibt es manchmal im Stundentakt und es macht einfach Spaß, immer wieder neue Tools oder Erweiterungen von vorhandenen zu entdecken. Seit einiger Zeit laufen auch die experimentellen Versionen sehr stabil, dennoch sollte man beim Gebrauch häufiger sichern.
    Etwas Vorsicht ist allerdings bei der Nutzung von neuen Funktionen für den produktiven Einsatz geboten - die Versionen 0.91 - 0.93 haben mir beim Erstellen von Puzzlevorlagen ziemlichen Stress bereitet. Textelemente verhielten sich plötzlich sehr ungewohnt und bedurften viel Nacharbeit.



InkScape Handbücher

Eigentlich benötigt man kein Handbuch, um mit InkScape arbeiten zu können, das Internet ist voll von Tutorials und Hinweisen.
Die imho besten Hinweise findet man bei Leuten, die am InkScape-Projekt mitarbeiten.

Tavmjong Bah

ist einer der Kernprogrammierer und Autor eines Buches über InkScape. Netterweise stellt er HTML-Versionen seines Buches ins Internet zum kostenlosen Gebrauch.

Dmitry Kirsanov

war (früher?) ebenfalls einer der Kernprogrammierer und Autor eines Buches ›The Book of Inkscape‹. Dieses Buch ist zwar schon recht alt, bietet aber sehr viele Tipps und Insider-Infos, die viele andere Bücher über dieses Programm vorenthalten.